„Ich habe davon geträumt, dieses Match zu gewinnen“, meinte Lilli Tagger nachdem dieser große Traum in Erfüllung gegangen war. Im ausverkauften Linzer Design Center gewann Tagger bei ihrer Hauptfeld-Premiere beim Upper Austria Ladies Linz gegen die ehemalige Weltranglistenzweite Paula Badosa dank einer extrem mutigen Vorstellung mit 6:4 und 7:6. Im Achtelfinale bekommt sie es am Donnerstag mit der an Position drei eingestuften Liudmila Samsonova zu tun.
Tagger legte vor Familie und Freund*innen aus Lienz, die mit nach Linz gereist waren, ihre Anfangsnervosität schnell ab, fand nach einem 1:3-Rückstand immer besser ins Spiel und war vor allem in den entscheidenden Situationen die mutigere Spielerin. Die Osttirolerin holte neun der nächsten zehn Spiele, war beim 4:0 im zweiten Satz schon auf der Siegerinnenstraße, musste aber dennoch in den Tiebreak. Dort bewies die 18-Jährige dann Nervenstärke und feierte den ersten Sieg einer Österreicherin im Hauptfeld von Linz seit 2013. Damals erreichte Patricia Mayr-Achleitner sogar das Viertelfinale. „Ich möchte bei Euch allen bedanken. Es ist mir unglaublich viel daran gelegen, das erste Match in Österreich auf Sandplatz zu gewinnen“, bilanzierte Tagger im On-Court-Interview.
Ausgeschieden sind dagegen Österreichs Nummer eins Julia Grabher und Sinja Kraus. Die Vorarlbergerin Grabher verlor gegen Alexander Eala von den Philippinen, die von rund 100 begeisterten Landsleuten in der Halle lautstark unterstützt wurde, mit 4:6, 3:6. „Ich bin schon ziemlich enttäuscht. Ich habe eigentlich ganz solide serviert, habe aber nicht gut returniert und viele Chancen liegenlassen“, analysierte Grabher, die insgesamt neun Breakmöglichkeiten ungenutzt ließ.
Sinja Kraus unterlag Geburtstagskind Sorana Cirstea, die Rumänin wurde am Dienstag 36 Jahre jung, mit 3:6, 3:6. „Es war heute nicht mein Tag. Ich bin nicht gut gestartet. Wenn man zu Hause spielt, ist man auch etwas nervös. Nach den Spielbällen im zweiten Aufschlagspiel bin ich etwas weggebrochen. Dennoch bin ich stolz auf mich, wie ich mich zurückgekämpft habe“, bilanzierte Kraus, die sich nach einem 0:5-Rückstand zwar deutlich stabilisieren konnte, jedoch nie in der Lage war, Cirstea wirklich zu gefährden.
Für Grabher und Kraus ist das Turnier noch keinesfalls beendet, sie gehen am Mittwoch gemeinsam im Doppel auf den Platz. Im letzten Match des Tages auf Court 1 wartet mit dem Duell gegen Jaqueline Cristian (Rumänien) und Jelena Ostapenko (Lettland) eine spannende Herausforderung.
Potapova & Andreeva greifen ins Geschehen ein
Auf dem Center Court steht am Mittwoch (nicht vor 16 Uhr) die erste Partie von Anastasia Potapova als Österreicherin bei ihrem Heimturnier im Blickpunkt. Die Linz-Siegerin von 2023 spielt gegen Shuai Zhang. „Ich bin sehr glücklich und auch stolz hier zu sein. Es fühlt sich immer noch ein bisschen ungewohnt an. Die Fans haben mir schon beim Doppel einen tollen Empfang bereitet“, berichtet die 25-Jährige, die seit Jahresbeginn unter österreichischer Flagge antritt.
Die Nummer eins des Turniers, Mirra Andreeva (WTA 10) trifft in einem Generationenduell (nicht vor 18 Uhr) auf Sloane Stephens, die US-Open-Siegerin von 2017. Die 33-jährige US-Amerikanerin ist 15 Jahre älter als ihre Gegnerin und wird alle Hände voll zu tun haben, das druckvolle Spiel Andreevas zu entschärfen.
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