Die Österreicherin Anastasia Potapova hat die Chance Tennisgeschichte zu schreiben. Am Sonntag kann sich die 25-Jährige als erste Österreicherin überhaupt den Titel im Einzel beim Upper Austria Ladies Linz sichern. Potapova, die seit Beginn des Jahres für Österreich spielt, gewann im Halbfinale gegen die kroatische Qualifikantin Donna Vekic mit 6:4 und 6:2. Im Endspiel am Sonntag (14 Uhr/ live in ORF1) trifft sie auf die Weltranglistenzehnte Mirra Andreeva, die sich gegen Elena-Gabriela Ruse aus Rumänien mit 6:4, 6:1 durchsetzte. Nie zuvor hatte eine Österreicherin bei der größten Frauensport-Veranstaltung Österreichs das Endspiel erreicht.
„Vielen Dank für die Unterstützung. Ich bin fast sprachlos. Ich kann nur ganz schwer beschreiben, wie es mir geht. Ich habe mein erstes 500er-Finale erreicht, bei meinem ersten Turnier als Österreicherin in Österreich. Das bedeutet mir die Welt. Ich hatte noch nie so viel Unterstützung bei einem Turnier“, sagte eine emotional durchaus überwältigte Anastasia Potapova, nachdem sie mit einem überzeugenden Auftritt gegen Vekic zum zweiten Mal das Endspiel von Linz erreichte. Im Jahr 2023 gewann sie dank eines furiosen Finalerfolgs gegen Petra Martic. Und auch jetzt befindet sich Potapova in einer extrem starken Verfassung. Sie spielte sehr aggressiv von der Grundlinie, war erfolgreich über den ersten Aufschlag und schlug alleine im zweiten Satz doppelt so viele direkte Punkte wie ihre Gegnerin, der nach einem langen Turnier ein bisschen die Kraft ausging. Potapova gab derweil im Turnierverlauf keinen einzigen Satz ab und steht zum ersten Mal überhaupt in einem 500er-Finale auf der Tour.
Zuvor ist Mirra Andreeva ihrer Favoritenrolle gerecht geworden, profitierte aber auch davon, dass sich Elena-Gabriela Ruse nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte befand. Die Rumänin führte im ersten Satz bereits mit 4:2, musste sich aber wie schon im Viertelfinale einer Behandlung am linken Oberschenkel unterziehen und verlor dadurch den spielerischen Faden. Die topgesetzte Andreeva holte vier Spiele in Folge und damit auch den ersten Satz (6:4). Doch Ruse hielt weiter voll dagegen, versuchte über den Kampf das Spiel noch zu drehen, doch Andreeva war bei den „Big Points“ voll konzentriert und verwandelte nach 91 Minuten ihren dritten Matchball. Österreich und speziell Linz scheint für Andreeva eine Wohlfühlzone zu sein. „Ich habe so viele Jugendturniere in Österreich gespielt. Da war ich auch immer eine der Jüngsten und war schon im Finale. Jetzt bin ich hier in Linz als junge Spielerin wieder in einem Finale. Das freut mich sehr“, erläuterte Andreeva unter dem Jubel des Publikums.
Im „Head to Head“ der beiden Finalistinnen führt Andreeva mit 2:1. Das letzte Duell in der zweiten Runde der US Open in New York entschied Andreeva mit 6:1 und 6:3 für sich.
Im Doppelfinale treffen am Sonntag im Anschluss an das Einzelfinale die topgesetzten Sorana Cirstea (Rumänien)/ Zhang Shuai (China) auf die Tschechinnen Jesika Maleckova/ Miriam Skoch. Cirstea/ Zhang gewannen am Samstag das zweite Halbfinale gegen Ulrikke Eikeri (Norwegen)/ Quinn Gleasson (USA) mit 7:5, 6:2.
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