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Die gerade einmal 17-jährige Tirolerin Lilli Tagger steht vor ihrer ersten kompletten Saison auf der Damentennis-Profitour WTA. Dabei steht für die Lienzerin das Heimspiel beim Upper Austria Ladies Linz (5. bis 12. April 2026) ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Bis zu ihrem ersten Aufschlag im Linzer Design Center warten aber noch viele andere Highlights auf die Siegerin der Juniorinnen-Konkurrenz der French Open aus dem vergangenen Jahr, die im Herbst auch noch das Finale des WTA-Turniers in Jiujiang (China) erreichte. Bevor Tagger in Melbourne erstmals in der Qualifikation eines Grand-Slam-Turniers an den Start geht, spricht sie in unserem Interview über die neu gesammelten Erfahrungen, ehrgeizig gesteckte Ziele und natürlich über ihr emotionales Heimspiel in Österreich.
Lilli, Du hast im Herbst bei Deinem ersten WTA-Turnier in Jiujiang auf Anhieb das Finale erreicht. Was war dort anders als bei kleineren Turnieren und warum ist es gleich so gut gelaufen?
„Ich bin dort als kompletter Underdog angetreten. Niemand hat etwas von mir erwartet. Ich denke, meine Gegnerinnen waren von meinem Spielstil überrascht. Aber es ist schon so, dass die Gegnerinnen auf der WTA-Tour anders spielen und versuchen, dir bei jedem einzelnen Punkt weh zu tun. Man muss bei jedem Punkt präsent sein und sich alles hart erarbeiten. Da wird dir nichts geschenkt.“
Auch abseits des Platzes ist es bei den größeren Turnieren sicher eine Umstellung. Wie war das in der vergangenen Saison für dich und was hat sich für Dich verändert?
„Seit Paris habe ich schon eine Veränderung gemerkt. Ich will gar nicht sagen, dass ich mit mehr Druck auf den Platz gehe, aber man merkt schon, dass die Leute einen kennen – vor allem in Österreich. Ich würde auch nicht sagen, dass es mich stört, weil es bedeutet, dass ich etwas richtig gemacht habe und dass es die Fans interessiert, was ich mache und wie ich spiele.“
Was war das Wichtigste, das Du 2025 gelernt hast? Was waren die entscheidenden Schritte, die Du gemacht hast?
„Wenn man mich Anfang des Jahres gefragt hätte, hätte ich nie gedacht, dass es so kommt. Ich glaube, das wichtigste Learning für mich war, dass ich meine Arbeit erledigen muss und der Sieg danach eine Art Belohnung ist. Es ist nicht so, dass man Siegen hinterherrennt – man macht einfach seine Arbeit und alles andere ist die Konsequenz daraus.“
Beschreib noch einmal die Rolle von Francesca Schiavone als deine Trainerin. Wie wichtig ist sie für Dich?
„Für mich ist sie extrem wichtig. Ich glaube, sie hat in den letzten beiden Jahren einen sehr großen Unterschied für mich gemacht. Sie weiß, wovon sie spricht, aber auch, wann man außerhalb des Platzes mal Spaß haben muss. Spielerisch kann ich enorm viel von ihr lernen, taktisch und mental nehme ich am meisten von ihr mit.“
An Deiner einhändigen Rückhand kommen wir natürlich nicht vorbei. Erklär uns nochmal, wie Dein auffälligster Schlag entstanden ist.
„Ich habe ursprünglich die Rückhand beidhändig gespielt. Mit zehn Jahren wollte ich auf die einhändige Rückhand umstellen, aber mein Trainer und mein Papa fanden die Idee nicht gut. Also habe ich weiter beidhändig gespielt. Aber immer, wenn niemand geschaut hat, habe ich trotzdem die einhändige Rückhand eingebaut – und hatte dabei richtig Spaß. Zwei Jahre später hatte ich mit meinem Trainer eine Wette: Ich habe gesagt, wenn ich das Turnier gewinne, stelle ich auf die einhändige Rückhand um. Wenn ich verliere, höre ich auf zu nerven und spiele einfach beidhändig weiter. Ich habe das Turnier gewonnen – und meine Rückhand umgestellt.“
Ein Blick nach vorne auf 2026: Wie gehst Du das Jahr an? Match für Match oder mit ganz klaren Zielen im Kopf und Kalender?
„Wir haben sehr konkrete Ziele und wissen, was wir erreichen wollen, trainieren im Vorfeld intensiv und versuchen, das dann in der Saison umzusetzen. Meine Trainerin Francesca Schiavone hat nach meinem Juniorinnen-Sieg bei Roland Garros letztes Jahr gesagt, dass sie mich 2026 im Grand-Slam-Hauptfeld sieht. Ich habe das damals nicht geglaubt, aber nach dem Jahr 2025 ist das auch für mich ein Ziel, das wir verfolgen sollten.“
Wie hast Du Dich auf den Saisonstart vorbereitet?
„Ich habe mit meinem Team vor Weihnachten in Dubai trainiert. Es waren viele Top-Spielerinnen da, von denen ich mir viel abschauen konnte. Ich habe zum Beispiel mit Elena Rybakina gespielt. Und von so einer Spielerin kommt der Ball einfach ganz anders zurück. So etwas kann man nicht nachtrainieren. Das sind wichtige Erfahrungen.“
Das Turnier in Linz wird ja erstmals auf Sand ausgetragen. Was bedeutet das für Dich und wie sehr freust Du Dich schon auf das Turnier?
„Auf Sand fühle ich mich ziemlich wohl und vor Heimpublikum zu spielen, ist immer etwas Besonderes. Es gibt eigentlich nichts Besseres. Als Vorbereitungsturnier für Roland Garros ist es genau richtig. Ich war 2021 einmal beim Turnier, dort wurde ich vom ÖTV als Nachwuchsspielerin des Jahres ausgezeichnet. Das war mein einziger Besuch. Aber ich muss sagen, ich freue mich schon extrem und kann es kaum erwarten.“
Hast Du schon eine Erwartung, was in Linz aus österreichischer Sicht möglich ist?
„Ich denke schon, dass ich in Linz Chancen haben werde, auch wenn ich nicht zu viel versprechen möchte. Mit Anastasia Potapova gibt es jetzt eine weitere Spielerin mit österreichischer Staatsbürgerschaft auf Top-Niveau. Man darf auch nicht vergessen, dass Julia Grabher ein starkes Comeback hingelegt hat und Sinja Kraus ebenfalls bei den Grand Slams dabei ist. Ich glaube, alle Österreicherinnen sind gut unterwegs.“
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