Das Jubiläumsturnier des Upper Austria Ladies Linz ist mit einem Sieg der Topfavoritin zu Ende gegangen. Die Weltranglistenzehnte Mirra Andreeva hat die 35. Ausgabe des Linzer Damentennis-Klassikers für sich entschieden. Im Finale im ausverkauften Design Center setzte sich die Weltranglistenzehnte gegen Lokalmatadorin Anastasia Potapova mit 1:6, 6:4 und 6:3 durch. Die 18-Jährige ist damit die erste Top 10-Spielerin seit Dominika Cibulkova vor zehn Jahren, die sich in Linz in die Siegerinnenliste einträgt. Damit hat es für Potapova bei ihrem Heimturnier nicht ganz für den großen Coup gereicht. Sie hatte als erste Österreicherin überhaupt das Finale beim Upper Austria Ladies Linz erreicht.
Anastasia Potapova war von Beginn an anzumerken, wie sehr sie die lautstarke Unterstützung des heimischen Publikums genoss und spielte in ihrem ersten WTA-Endspiel als Österreicherin befreit auf. Sie drängte Andreeva immer wieder in die Defensive, machte gegen die etwas ungeduldig spielende Weltranglistenzehnte kaum Fehler und nutzte ihre drei Breakchancen allesamt konsequent. Die Folge: Nach gerade einmal 29 Minuten feierten die 2.500 Tennisfans ein überzeugendes 6:1 der Lokalmatadorin. Bei dieser schlichen sich aber im Verlauf des Matches einige kleinere Unkonzentriertheiten und vermeidbare Fehler ein. „Mighty“ Mirra Andreeva hatte sich auch nach dem verlorenen ersten Satz nichts anmerken lassen, blieb mental stabil und fand über ihren starken Aufschlag und mutiges Angriffstennis nicht nur einen Weg zurück in das Finale, sondern schaffte mit einem 6:4 auch den durchaus verdienten Satzausgleich und verschaffte ihrer Erleichterung mit einem lauten Schrei Luft. Während bei der aggressiven Anastasia Potapova nun die Nerven immer mehr eine Rolle spielten und sich auch die Belastungen einer langen Turnierwoche bemerkbar machten, war Andreeva nun die Spielerin, die sich besser bewegte und die auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatte. So schaffte sie mit einem Netzroller das letztlich entscheidende Break, verwandelte nach knapp zwei Stunden ihren zweiten Matchball und bejubelte den größten Sandplatztitel ihrer Karriere. „Anastasia hat gerade am Anfang wirklich sehr gut gespielt und hat viele direkte Punkte erzielt. Ich bin einfach glücklich, dass ich im zweiten Satz die Lösung gefunden habe, um dieses Match zu drehen. Es ging für mich darum, wieder aktiver in den Beinen zu sein. Ich habe dann nach einiger Zeit wesentlich sicherer gespielt und bin froh, wieder zurückgekommen zu sein“, bilanzierte Andreeva, die gleich bei ihrer Linz-Premiere den Titel abräumen konnte.
Anastasia Potapova zeigte sich trotz der Final-Niederlage überaus zufrieden mit ihrer Leistung in dieser Woche: „Ich fühle mich gerade ziemlich müde, dazu kommen die ganzen Emotionen. Es war so eine positive Woche und auch kein schlechtes Finale. Ich habe versucht, alles zu geben und werde nur das Positive aus dem Match mitnehmen“, resümierte die erste österreichische Finalistin in der Turnierhistorie.
In der neuen Weltrangliste verbessert sich Andreeva auf Platz neun und überholt mit Victoria Mboko (Kanada) die zweite Teenagerin in den Top 10. Anastasia Potapova rangiert nach dem Finaleinzug bei ihrem Heimturnier nun auf Platz 54.
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